Die Kanzel zwischen Botschaft und Bettelei. Wenn sich die Ziele verkehren und das Geld zum Zweck wird und der Aufruf zum Mittel.
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und Frieden und Segen seien auf dem Gesandten Allahs, seiner Familie und all seinen Gefährten.
Die Kanzel zwischen Botschaft und Bettelei.
Wenn sich die Ziele verkehren und das Geld zum Zweck wird und der Aufruf zum Mittel.
Von Dr. Hussein Musa al Yemeni.
Diese Religion ist eine Religion der Würde und der Ehre. Sie bewahrt dem Muslim seine Würde und erzieht ihn zum Vertrauen auf Allah und zur Unabhängigkeit von den Menschen. Der Aufruf zu Allah ist eine edle Mission, die auf Aufrichtigkeit, Weisheit und guter Ermahnung beruht und nicht auf Druck oder peinlicher Gefühlsmanipulation.
Der Aufruf zur Spende ist zweifellos erlaubt und gehört zur gegenseitigen Hilfe im Guten und in der Gottesfurcht. Viele Verse sprechen über die Vorzüge der Spende, und der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ermutigte zum Geben, besonders in Zeiten der Not. Doch all dies geschieht mit Würde und Weisheit und ohne aufdringliches Drängen, das die Ehrwürdigkeit der Kanzel schwächt.
Die Spende ist eine gottesdienstliche Handlung und darf nicht auf Zwang beruhen.
Sie ist grundsätzlich freiwillig und wurde von Allah nicht verpflichtend gemacht wie die Zakat. Wie kann sie dann durch sozialen oder psychologischen Druck zur Pflicht gemacht werden.
Allah der Erhabene sagt: O ihr, die ihr glaubt, macht eure Spenden nicht durch Vorwürfe und Verletzungen zunichte.
Wenn schon der Spender seine Spende durch Vorwürfe zunichtemachen kann, was ist dann mit demjenigen, der sie auf eine Weise fordert, die Menschen in Verlegenheit bringt oder sie aus Scham statt aus Überzeugung geben lässt.
Ein rechtliches Prinzip besagt, dass die Mittel das Urteil der Ziele tragen. Wenn das Ziel erlaubt ist, etwa der Bau einer Moschee oder die Unterstützung eines Bedürftigen, darf das Mittel kein Element der Erniedrigung oder des Drucks enthalten. Der Prophet sagte: Es gibt keinen Schaden und kein Zufügen von Schaden.
Die Spende kommt nur aus freiem und aufrichtigem Herzen.
Die Kanzel ist ein Ort der Vorbildfunktion und nicht der Bettelei.
Der Imam ist ein Vorbild. Die Kanzel dient der Erinnerung und der Lehre und darf nicht zu einer Plattform für ständige Geldsammlungen werden. Eine kurze, würdige Erinnerung genügt, ohne Druck auf die Betenden auszuüben.
Leider ist in manchen islamischen Zentren, besonders in Europa, das Thema Geld zu einem dauerhaften Schwerpunkt der Predigten geworden, als wäre das Sammeln von Spenden wichtiger als die Erziehung des Menschen.
So verkehren sich die Maßstäbe. Geld wird zum Ziel und der Aufruf zum Mittel.
Die Versorgung liegt in der Hand Allahs und nicht in der Hand der Menschen.
Allah sagt: Und im Himmel ist eure Versorgung und das, was euch versprochen wurde. Beim Herrn des Himmels und der Erde, es ist wahr.
Wenn Allah für ein Zentrum einen bestimmten Betrag bestimmt hat, wird Erniedrigung ihn nicht vermehren und Würde ihn nicht verringern.
Der Prophet sagte: Der Mensch wird weiter die Menschen bitten, bis er am Tag der Auferstehung kommt und kein Stück Fleisch in seinem Gesicht ist.
Wenn dies für gewöhnliche Menschen gilt, was ist dann mit demjenigen, der auf der Kanzel steht und die Religion repräsentiert.
Erforderlich ist Ausgewogenheit. Zum Guten aufrufen, den Wert der Spende erklären, Bedürfnisse ehrlich darlegen, ohne Zwang und ohne das Geld zum Mittelpunkt der religiösen Botschaft zu machen.
Diese Religion ist eine Religion der Würde und nicht der Erniedrigung, eine Religion der Ehre und nicht der Bettelei, eine Religion des Aufrufs zu Allah und keine Kampagne zur Geldbeschaffung.
Dieser Artikel ist im Dienst Allahs verfasst.
Und unser letzter Ruf ist: Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.
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