Zwischen Zermürbung und Bewusstsein: Wer schürt das Feuer des arabisch-iranischen Konflikts?

,Zwischen Zermürbung und Bewusstsein: Wer schürt das Feuer des arabisch-iranischen Konflikts?

In jeder turbulenten Phase der Geschichte der Region taucht die Idee einer „Neuordnung des Nahen Ostens“ wieder auf, die nicht nur mit Tinte, sondern auch mit Feuer gezeichnet wird. Es herrscht die Vorstellung vor, dass es ein Projekt gibt, das sich wie ein langer Schatten über die Geografie des Ostens ausbreiten will, keine Grenzen anerkennt und kein Gleichgewicht akzeptiert. Das Konzept eines „Groß-Israels“ wird nicht als flüchtiger Slogan in der Literatur einiger Extremisten betrachtet, sondern als ein Traum, von dem man befürchtet, dass er seinen Weg durch Chaos und Spaltung findet.

Die zunehmenden Erklärungen des Premierministers der Besatzungsmacht, des Botschafters der Vereinigten Staaten bei der Besatzungsmacht und hochrangiger diplomatischer Persönlichkeiten von globalem Gewicht sind Indikatoren, die ernst genommen werden müssen.

Diesem schändlichen Plan stehen zwei Hindernisse im Weg: ein Widerstand, der sich an das Land klammert wie Olivenwurzeln an ihre Erde, und ein politischer oder regionaler Wille, der sich weigert, sich dem Sturm zu beugen. Der Weg zu einer geografischen Expansion oder regionalen Hegemonie wird erst dann geebnet sein, wenn dieser Wille gebrochen oder bis zum letzten Atemzug erschöpft ist.

Das Gefährlichste an diesem Szenario ist jedoch nicht die direkte Konfrontation, sondern die geschickte Umgehung derselben. Wir befürchten, dass die Araber in einen offenen Konflikt mit dem Iran getrieben werden, wodurch sich der Fokus der Spannungen von einem Konflikt mit der Besatzungsmacht hin zu einem arabisch-iranischen Konflikt verschiebt, der alle Beteiligten auszehrt. Dann würden die Araber unbeabsichtigt in einer Schlacht kämpfen, die ihren Feinden mehr dient als ihnen selbst, was zu langwierigem Blutvergießen, ererbter Feindschaft und gegenseitiger Zerstörung führt.

In diesem Szenario zieht sich der eigentliche Gegner aus dem direkten Kampfgeschehen zurück und überlässt es den anderen, sich in einem Zermürbungskrieg ohne Sieger gegenseitig aufzureiben. Die Hauptstädte beschäftigen sich mit sich selbst, Ressourcen werden in Nebenkonflikten verschwendet, während die ursprüngliche Sache ohne Lösung oder Horizont in der Schwebe bleibt.

Wenn zudem die Flamme des Bewusstseins erlischt und sich die Region in Schauplätze interner Konflikte verwandelt, wird der Wind an keiner Grenze haltmachen. Die Befürchtungen erstrecken sich vom Ufer des Nils bis an die Grenzen des Euphrats, von Amman bis Kairo, von Bagdad bis Damaskus und Beirut, bis sie weite Teile der Arabischen Halbinsel erreichen. Dann wird auch Ankara nicht vor den Berechnungen sich verschiebender Landkarten gefeit sein, wenn das Gefüge der Gleichgewichte zerbricht.

Diese Vorstellung mag ein gewisses Maß an Übertreibung enthalten, oder sie mag ein gewisses Maß an berechtigter Warnung enthalten; in beiden Fällen offenbart sie jedoch eine tiefe Angst, die in meinem Gewissen wohnt – Angst um das Land, die Identität und die Zukunft.

Doch die ethische Frage bleibt tiefer als die geopolitische. Was zeichnet eine Nation aus, die eine Botschaft und Werte trägt? Ist es die blinde Ausrichtung auf unmittelbare Interessen oder die Entscheidung für Gerechtigkeit, wo immer sie auch sein mag?

Ein Mensch mit einer aufrechten Methodik im islamischen Verständnis wird nicht am Maßstab der Rasse, des Nationalismus oder der historischen Rache gemessen, sondern an einem klareren Maßstab: auf der Seite der Unterdrückten zu stehen, auch wenn Differenzen oder frühere Feindschaften bestehen. Gerechtigkeit ist kein Slogan, der bei Übereinstimmung hochgehalten wird, sondern ein Wert, der bei Uneinigkeit geprüft wird.

Hier offenbart sich das Paradoxon: Wenn sich politische Uneinigkeit in interne oder regionale Kämpfe verwandelt, geht der Kompass verloren und das Kriterium der Gerechtigkeit wird durch das Kriterium der Willkür ersetzt. Blut wird zum Treibstoff für Kämpfe, bei denen niemand weiß, wer den Zündsatz zuerst gezündet hat und wer ihn zuletzt löschen wird.

Das Gefährlichste, was passieren kann, ist nicht, dass Staaten uneins sind, sondern dass die Definitionen von Feind und Freund nach flüchtigen Berechnungen neu definiert werden, die das Gesamtbild ignorieren. Die Geschichte lehrt, dass Nationen, die in Nebenkonflikte gelockt werden, ihre Fähigkeit verlieren, über ihr Schicksal zu bestimmen, und unversehens zu Werkzeugen in einem größeren Spiel der Mächte werden.

Die Frage bleibt im Raum der Nation hängen: Wie denken wir? Besitzen wir den Mut, Annahmen zu überprüfen, bevor sie zu Wegen ohne Wiederkehr werden? Und wie gestalten wir eine Zukunft, in der Differenzen mit Weisheit statt mit Kämpfen bewältigt werden und in der Würde bewahrt wird, ohne die Existenz auszuzehren?

Landkarten sind kein unabänderliches Schicksal, und Konflikte sind kein ewiges Gesetz. Was heute gezeichnet wird, kann morgen gelöscht werden, und was durch Feuer geschürt wird, kann durch Vernunft gelöscht werden. Zwischen Angst und Gewissheit liegt ein Raum namens Bewusstsein; wenn er vorhanden ist, ändert sich der Weg, und wenn er fehlt, vervielfältigen sich die Landkarten auf Kosten der Menschheit

Dieser Artikel ist im Dienst Allahs verfasst.

Und unser letzter Ruf ist: Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.

 

 

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